ABZ-Interessentenverzeichnis für den Flughafen München geht an den Start
Auf dem Münchner Flughafen entsteht auf dem Vorfeld östlich des Terminal 2, als Erweiterung der bereits heute bestehenden Gepäcksortierhalle (GSH), ein neues Satellitenterminal. Das Auftragsberatungszentrum Bayern e.V. (ABZ) führt hierzu ein Interessentenverzeichnis für den Flughafen München, das insbesondere die Auftragsvergabe an Nachunternehmer deutlich erleichtert.
Die von der Flughafen München Baugesellschaft mbH (FMBau) im Rahmen der üblichen Ausschreibungsverfahren ermittelten Firmen sind verpflichtet, bei der Auswahl von Nachunternehmen das Verzeichnis zu verwenden. Die Investitionen für Aufstockung und Erweiterung der GSH Ost zum neuen Satellitenterminal werden sich auf rund 650 Mio. EUR summieren. Anfang 2012 beginnen die Bauarbeiten, in Betrieb gehen wird der Satellit voraussichtlich im Sommer 2015.
Auch für viele Handwerks- oder Installationsbetriebe ergeben sich damit interessante Geschäftschancen – wenn sie sich in das Interessentenverzeichnis eintragen lassen.
„Gerade die kleinen und mittleren Betriebe in der näheren Umgebung des Flughafens können dann erheblich profitieren,“ betont ABZ-Geschäftsführer Frank Dollendorf.
Das Satellitenterminal
Das neue Gebäude entsteht bis 2015 auf dem östlichen Vorfeld des Terminal 2 als bauliche Erweiterung der Gepäcksortierhalle. Dieser „Satellit" ist mit seinen 52 Gates und einer Kapazität von jährlich 11 Mio. Fluggästen (Terminal 2: 25 Mio. Passagiere) jedoch kein eigenständiges Terminal. Passagiere, die über den „Satelliten“ an- oder abreisen, nutzen weiterhin die Check-in-Einrichtungen und die Sicherheitskontrollen sowie den Ankunftsbereich und die Gepäckausgabe im Terminal 2. Ein unterirdisches, vollautomatisiertes Personentransportsystem sorgt für die Verbindung zwischen Terminal 2 und dem Satelliten, der rund 123.000 m² Bruttogrundfläche umfasst. Der „Satellit“ zeichnet sich nicht zuletzt durch seine Nachhaltigkeit aus. So wird der CO2-Ausstoß in dem neuen Gebäude künftig um 40 Prozent niedriger sein als in den bestehenden Terminals T1 und T2. Betreiber des Satelliten, wie schon des Terminal 2, ist die Terminal 2 Betriebsgesellschaft mbH &Co oHG, ein seit 1998 erfolgreich bestehendes Joint Venture der beiden Bauherren Flughafen München GmbH (FMG) und Deutsche Lufthansa AG (DLH). Die Investitionskosten in Höhe von 650 Millionen Euro werden analog dem Joint Venture im Verhältnis 60/40 aufgeteilt. Als geschäftsbesorgende Bauherren wurde 2008 die Flughafen München Baugesellschaft mbH (FMBau) ebenfalls als Joint-Venture gegründet. Verantwortlicher Generalplaner für das Satellitengebäude ist das Münchner Architekturbüro Koch + Partner, das bereits das Terminal 2 geplant hatte.
Der Flughafen
München war 2011 mit rund 38 Mio. Passagieren der zweitgrößte Flughafen in Deutschland und liegt mit einem Passagierzuwachs von 9 % über dem Branchendurchschnitt. Damit ist München der am stärksten wachsende Flughafenstandort in Deutschland. Seit Eröffnung des Airports im Jahre 1992 hat sich das Fluggastaufkommen in München mehr als verdreifacht. Zum Vergleich: Bei den deutschen Verkehrsflughäfen ergab sich 2010 eine durchschnittliche Wachstumsrate von 4,7 %, bei den europäischen Airports waren es 4,2 %. Die Eigentümer des Münchner Flughafens sind der Freistaat Bayern (51 %), die Bundesrepublik Deutschland (26 %) sowie die Stadt München (23 %).
Das Interessentenverzeichnis des Auftragsberatungszentrums Bayern e.V. (ABZ)
Das Interessentenverzeichnis kommt auch den per Ausschreibungsverfahren ermittelten
Generalunternehmen zu gute, da sich für sie die Auswahl von geeigneten Subunternehmen beschleunigt. Damit lässt sich viel Zeit und Geld sparen. Gleiches gilt im Grunde für den Flughafen München (bzw. FMBau): So erleichtert das Verzeichnis die Suche nach Unternehmen im Rahmen von beschränkten Ausschreibungen sowie freihändigen Vergaben. In das ABZ-Verzeichnis sind auch Erfahrungen mit dem Bieterverzeichnis für den Flughafen Berlin-Brandenburg-International eingeflossen. Geführt wird es von der Auftragsberatungsstelle Brandenburg.
Das Registrierungsprocedere ist denkbar einfach. Ein Handwerker etwa, der beim Bau des neuen „Satelliten“ an Aufträge kommen will, lässt sich beim ABZ im Interessentenverzeichnis eintragen. Weitere Informationen und die Antragsformulare finden Sie hier.

