EU-Kommission verhängt Rekordgeldbuße gegen Lkw-Kartell


21.11.2016: Die EU-Kommission hat gegen vier Hersteller von Lastwagen wegen Preisabsprachen ein Bußgeld von insgesamt 2,9 Milliarden Euro verhängt. An den von der Kommission aufgedeckten Kartellabsprachen waren MAN, Volvo/Renault, Daimler, Iveco und DAF beteiligt. Über 14 Jahre hinweg hatten die Lkw-Hersteller ihre Verkaufspreise für Lastkraftwagen abgesprochen und sich darüber abgestimmt, wie sie Kosten, die für Technologien zur Einhaltung der strengeren Emissionsvorschriften entstanden, an die Kunden weitergeben können. Die am Kartell beteiligte VW-Tochter MAN hatte einen Hinweis gegeben, der zu den Ermittlungen und Unternehmensdurchsuchungen führte. MAN entging damit einer Strafe, weil sie als Hinweisgeber in dem Kartellverfahren von der Kronzeugenregelung profitierte. Die Untersuchungen liefen mehrere Jahre. Die Geldbußen gegen die Unternehmen wurden von der Kommission gemildert, sie hatten ihre Beteiligung am Kartell einräumt und die Verantwortung dafür übernommen. Das Verfahren gegen Scania, wird von diesem Vergleichsbeschluss nicht erfasst, es wird als reguläres Kartellverfahren weitergeführt. Die EU-Kommission weist darauf hin, dass Personen und Unternehmen, die durch die Preisabsprachen geschädigt wurden, vor den Gerichten der Mitgliedstaaten auf Schadenersatz klagen können. Die Beschlüsse der Kommission gelten als Nachweis, dass die Hersteller gegen geltendes Recht verstoßen haben.
 

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