Überarbeitung der Entsenderichtlinie


29.05.2018: Die Entsenderichtlinie soll die grenzüberschreitende Erbringung von Dienstleistungen erleichtern und gleichzeitig einen fairen Wettbewerb gewährleisten und dafür Sorge tragen, dass die Rechte von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die in einem Mitgliedstaat beschäftigt sind und von ihrem Arbeitgeber vorübergehend in einen anderen Mitgliedstaat geschickt werden, um dort zu arbeiten gewahrt bleiben. Am 11. April 2018 hat der Europäische Rat den mit dem Europäischen Parlament ausgehandelten Kompromisstext der überarbeiteten Richtlinie gebilligt. Die endgültige Verabschiedung erfolgt, sobald das Europäische Parlament über die Richtlinie abgestimmt hat. Mit der Überarbeitung werden die bestehenden Rechtsvorschriften den neuen Wirtschafts- und Arbeitsmarktbedingungen angepasst. Die neue Richtlinie regelt u.a. für entsandte Arbeitnehmer die Lohngleichheit vom ersten Tag der Entsendung an, für diese gelten die gleichen Regeln wie für einheimischen Abreitnehmer. Der Begriff der langfristigen Entsendung wurde eingeführt und die damit verbundenen Rechtsfolgen bestimmt. Die Zahl der Tarifverträge, die in den Mitgliedstaaten, in denen ein System zur Allgemeinverbindlichkeitserklärung von Tarifverträgen besteht, gelten können, wurde erhöht. Tarifverträge können zukünftig auf entsandte Arbeitnehmer in allen Sektoren und Branchen angewandt werden und nicht nur wie bisher in der Baubranche. Die Richtlinie stärkt auch die Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von Betrug und Missbrauch im Zusammenhang mit der Entsendung von Arbeitnehmern. Die Richtlinie muss spätestens zwei Jahre nach ihrem Inkrafttreten von den Mitgliedsstaaten umgesetzt werden. Die Pressemitteilung des Europäischen Rats finden Sie hier.
 

Ihr persönlicher Kontakt Steffen Müller
Telefon: 0895116-3172
E-mail schreiben